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Ergänzungsfächer

Jede Schülerin und jeder Schüler wählt im 11. Schuljahr (5. Klasse) ein Ergänzungsfach. Dieses ist im Stundenplan des 12. Schuljahres (6. Klasse) in beiden Semestern mit je drei Wochenstunden dotiert. Das Ergänzungsfach ist vom Maturitätsanerkennungsreglement vorgeschrieben und liefert eine der dreizehn Maturitätsnoten.

Ergänzungsfächer an der Kantonsschule Wiedikon

In den Ergänzungsfächern werden Stoffgebiete vertieft, die im Stammunterricht gar nicht oder nur in geringem Umfang behandelt werden können. An die Schülerinnen und Schüler werden höhere Anforderungen gestellt als im normalen Klassenunterricht.

Die Schülerinnen und Schülern erhalten damit neben ihrem Schwerpunktfach und dem Wahlprojekt eine weitere Möglichkeit, ein Fach gemäss ihren Neigungen und Interessen zu wählen und sich in diesem Gebiet zu vertiefen. An der Kantonsschule Wiedikon stehen folgende Fächer zur Wahl:

  • Anwendungen der Mathematik
  • Biologie
  • Physik
  • Chemie
  • Geschichte
  • Geografie
  • Bildnerisches Gestalten
  • Musik
  • Sport
  • Religion
  • Philosophie
  • Informatik

1. Anwendungen der Mathematik

Im Ergänzungsfach Anwendungen der Mathematik werden Sie sowohl die schöne als auch die nützliche Seite der Mathematik kennenlernen. Es werden Themen behandelt, die Sie auf ein allfaälliges naturwissenschaftliches Studium optimal vorbereiten, und andererseits werden Sie elegante und anwendungsorientierte Resultate der Mathematik kennenlernen.

Manchmal ist der Übertritt von der Kantonsschule in ein naturwissenschaftliches (wie z.B. Biologie, Physik, Chemie) oder technisches Studium (z.B. Informatik oder Maschinenbau) ein Sprung ins kalte Wasser, gerade wenn man kein naturwissenschaftliches Profil gewählt hat. Wir möchten diesen Sprung etwas abfedern und Einführungen in einige der Themen geben, die in sprachlichen und musischen Profilen gar nicht oder nur am Rande zur Sprache kommen. Hierzu gehören komplexe Zahlen als Erweiterung der reellen Zahlen, >Matrizen zur Behandlung linearer Gleichungssysteme und Statistik. Eine gründliche Einführung in Statistik ist auch ausserhalb der Naturwissenschaften relevant, vor allem in Studienfächern wie Wirtschaftswissenschaften oder Psychologie.

Ausserdem werden wir auf verschiedenste Anwendungen der Mathematik zu sprechen kommen. Mögliche Themen sind Modellierung naturwissenschaftlicher Probleme wie z.B. Räuber-Beute-Modelle aus der Biologie, oder Schall- und Erdbebenwellen aus der Physik und Geologie, sowie Techniken zu deren Computersimulation. Ferner können auch aktuelle Themen wie künstliche Intelligenz diskutiert werden. An der Infoveranstaltung werden einige spannende Anwendungen dazu gezeigt.

Die im EF behandelten Themen setzen keine Mathematikkenntnisse jenseits der Stoffgebiete des Stammunterrichts voraus ? Interesse an Mathematik und Lust, sich auf Neues einzulassen, reichen vollkommen.

2. Informatik

Weshalb das Ergänzungsfach Informatik?

• Informatik wird in unserem Alltag immer wichtiger und präsenter. Beispiele: Internet, Google, Handys, Social Networks wie Facebook usw. • Bietet Vorwissen für angehendes Studium. Neuere Studienrichtungen wie Wirtschaftsinformatik zeigen die Anwendungsbreite und zunehmende Bedeutung des Faches Informatik auf. • Spannendes und vielseitiges Fach, welches logisches und analytische Denken fördert.

Voraussetzungen:

• Keine fachlichen Vorkenntnisse nötig. Wichtig: Sie bringen Motivation, Freude und Interesse an Informatik mit.

Inhalt der Veranstaltung:

Es werden je nach Interesse vier Themen fundiert behandelt, Schwerpunkt bildet hierbei das Programmieren (eigenständiges Programmierprojekt).

Programmieren (in der objektorientierten Programmiersprache JAVA):
Computerspiele, Chats, Internetforen oder Google-Anwendungen werden beispielsweise mit Java programmiert.

Informationssysteme und Netzwerke:
E-Mail, SMS, soziale Netzwerke: Wie ist Kommunikation im Mikrosekundenbereich über den Erdglobus möglich? Wie ist ein Netzwerk bzw. das Internet aufgebaut?

Sicherheit:
Arten von Bedrohungen für den Computer (Phishing, Trojaner, usw.) und Schutzmechanismen (Firewall, Antivirusprogramme).

Datenbanksysteme:
Analyse von Daten (Data Ware House, Data Mining, OLAP), praktische DB-Abfragen und Blick hinter die grössten Datenbanken, wie z.B. Google und Facebook.

3. Biologie

Nahrung und Bewegung: zwei Grundbedürfnisse des Menschen

Biologisch gesehen ist der Mensch der perfekte Ausdauerläufer, der dank dieser Fähigkeit in der Vergangenheit im Stande war, sich die Nahrung zu verschaffen, die für seine Entwicklung und Erhaltung nötig war. Heute gibt es weltweit grosse Unterschiede, wie Menschen zu ihrer Nahrung gelangen.

In den reichen Ländern hat die Grüne Revolution in den letzten Jahrzehnten die Nahrungs- mittelproduktion völlig verändert und zu einer industrialisierten Landwirtschaft geührt, die die Produktionsabläufe optimiert und die Erträge gesteigert hat. Das alles ist möglich geworden durch den Einsatz von Maschinen, Kunstdünger und Pestiziden und der gleichzeitigen Schaffung von Monokulturen. Basis von allem ist das Erdöl. Die Schweiz ist auch auf diesen Zug aufgesprungen. Einzig die Kleinräumigkeit setzt ihr natürliche Grenzen und in der Frage der Gentechnologie fährt sie langsamer als viele ihrer Nachbarn. Doch ist das der richtige Weg?

Für den Weltagrarbericht arbeiteten 400 Expertinnen und Experten aller Kontinente und Fachrichtungen vier Jahre intensiv an der Analyse der weltweiten Nahrungsmittelsituation und kamen schon 2008 zum Schluss: ?Weiter wie bisher ist keine Option.? Das ist Grund genug, sich näher mit den weltweiten Auswirkungen unseres Essverhaltens zu beschäftigen.

Im Kurs werden unterschiedliche Themen bearbeitet (Grüne Gentechnologie, Glyphosat, Auswirkungen des Stickstoffeinsatzes, Tierhaltung und Nutztierseuchen, Herstellung und Patentierung von Saatgut, Agrarökologie usw.). Die Schwerpunkte werden gemäss Interessen der KursteilnehmerInnen gesetzt. Je nach Themenbereich werden praktische Arbeiten durchgeführt (z.B. Gentechnologie), theoretische Grundlagen für eine Diskussion erarbeitet oder auch Institutionen besucht.

In einem zweiten Teil beschäftigen wir uns mit der Sportbiologie. Im Mittelpunkt stehen das Ausdauertraining und seine Wirkung auf den Körper. Neben der Theorie über die Muskelphysiologie können wir uns für praktische übungen dem EF Sport anschliessen. Im Bereich der Leistungssteigerung werden illegale Methoden angewendet, die ursprünglich zu einem ganz anderen Zweck entwickelt worden sind. Neben der genaueren Betrachtung von EPO werden wir einen Blick in die unheimliche Welt des Gendopings werfen.

4. Chemie

Wie kommt ein Bild aus dem Innern des Hirns zustande? Sind Tattoos wirklich so gefährlich? Wie finde ich heraus, welche Stoffe in meinem Lieblingsparfum sind ? und kann ich es dann selbst herstellen? Was muss man sich unter einer Chemotherapie aus chemischer Sicht vorstellen? Wie wird in modernen Laboratorien heute an chemischen Problemen geforscht? Das EF Chemie beschäftigt sich mit interessanten Phänomenen aus unserem Alltag und der Forschung. Einige wenige Themenbereiche sind gesetzt, da sie als Vorbildung unerlässlich sind. Die meisten Themen können aber von den Schülerinnen und Schülern selbst ausgewählt werden, und es hat Platz für Wünsche zu interessanten Themen.

Themenbereiche, welche als Vorkenntnisse (fast) unerlässlich sind:

Wieso sind Aminosäuren, Proteine und Enzyme Bausteine unseres Lebens? Chiralität ? Wieso ist unsere Welt (chemisch gesehen) linksdrehend? Komplexe ? eine vierte Bindungsform mit vielen Möglichkeiten und Anwendungen.

Wahlthemenbeispiele

• Sehr schnelle- (z.B. Explosionen) oder sehr langsame Reaktionen (z.B. Rosten) werden mit der Hochgeschwindigkeits-Kamera oder im Zeitraffer verfolgt.
• Was ist moderne Forschung? Wie entstehen Medikamente? - Synthese in der organischen Chemie (Besuch einer Produktionsstätte mit Werksführung)
• Tattoos - Cool oder Out? - Harmlos oder Gefährlich? Ein chemischer Blick in die Farben.
• Breaking Bad - Alles nur Hollywood, oder der Alltag eines gewöhnlichen Chemielehrers?
• Wie werden Tumore sichtbar? - NMR, MRI und andere spektroskopische Methoden. (externe Versuchsdurchführung (Universität) inkl. Besuch einer MRI-Anlage (Universitätsspital) und Schülermessung)
• Chemie, Wirtschaft und Politik - Die Chemiebranche unter der Lupe.
• Die Chemie auf unserer Haut. - Kosmetik und Pflegeproduktherstellung (von Antischuppenshampoo zu Lip-Gloss bis Zahnpasta).
• Dior, Davidoff, CK oder Givaudan? - Von "Ich kann dich nicht riechen" bis "Der Duft der Liebe". Herstellung eines eigenen Parfums.
• Die Chemie der Süssigkeiten - von der Kaugummi-Herstellung bis zum (auch veganen) Gummibärchen.
• Wie nutze ich die Chemie fürs Schlemmen? - Molekulare Küche - Ein Wettkochen?
Das EF Chemie richtet sich an interessierte Schülerinnen und Schüler mit Freude an naturwissenschaftlichen Fragestellungen und praktischem Arbeiten im Chemielabor. Es soll aber auch Schülerinnen und Schüler ansprechen, die sich den Einstieg in ein Studium eines naturwissenschaftlichen Fachs (Medizin, Chemie, Physik, Biologie, Pharmazie usw.) erleichtern wollen.

5. Physik

Modulartig wird eine Auswahl von Themen aus der klassischen und aus der modernen Physik behandelt.

Schwingungen und Wellen

Periodische Naturvorgänge werden studiert und physikalisch beschrieben. Unter anderem werden folgende Fragen beantwortet:
• Wie schnell pflanzt sich eine Schallwelle fort?
• Wie schwingt eine Gitarrensaite?
• Wovon sind Tonhöhe, Lautstärke und Klangfarbe eines Tons abhängig?

Relativitätstheorie

Die Grundlagen der Einsteinschen Relativitätstheorie und ihre verblüffenden Paradoxe (Zeitdilatation, Längenkontraktion, Gleichzeitigkeit) werden eingeführt, die berühmte Formel E=mc² wird hergeleitet und interpretiert.

Astronomie/Astrophysik

Die Bestandteile des Universums (Sterne, Planeten, schwarze Löcher usw.) werden klassifiziert und deren wichtigsten Eigenschaften untersucht. Wie lassen sich z.B. Temperatur und chemische Zusammensetzung von Sirius von der Erde aus bestimmen?

Teilchenphysik

Sind Protonen oder Neutronen wirklich unteilbar?
Einführung in den "Quantenzoo", wo wir viele neue Teilchen kennenlernen werden: Neutrinos, Baryonen, Mesonen, Leptonen, Quarks, usw... Wie erklärt das Higgsboson die unterschiedlichen Massen der Grundteilchen?
Je nach Interesse der Kursteilnehmenden können die obigen Themen unterschiedlich gewichtet werden.

6. Geschichte

Zeitenwende - von der Weltordnung zur Weltunordnung?

"Die Welt ist aus den Fugen geraten - Krisen wohin das Auge reicht". Ein Zitat, das unser Empfinden über das Zeitgeschehen auf den Punkt bringt. Seit einigen Jahren machen sich tatsächlich beunruhigende Entwicklungen bemerkbar: (Bürger-) Kriege im Nahen Osten, Flüchtlingsströme, weltweite Terroranschläge, ein zunehmend aggressives Russland bzw. ein dominant auftretendes China, ein mit Nuklearwaffen zeuselnder Diktator auf der koreanischen Halbinsel, Auflösungserscheinungen der EU sowie die mögliche Abwendung der USA von der Welt unter Präsident Trump. Vor diesem Hintergrund ist schon manch ein Beobachter zum Schluss gekommen, dass die liberale Weltordnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg unter Führung der USA errichtet und einem nicht unbedeutenden Teil der Erdbevölkerung eine lange Ära der Prosperität und des Friedens bescherte, am zerbröckeln ist.

Dieser Kurs soll interessierten Schülerinnen und Schülern die Möglichkeit bieten, sich mit Fragen und Themen auseinanderzusetzen, die im regulären Geschichtsunterricht nicht oder nur am Rande behandelt werden können. Im Mittelpunkt des Interesses steht die Zeitgeschichte seit 1945, wobei wir uns an zwei Leitfragen orientieren: Wie ist es zur Weltordnung, wie sie heute besteht, gekommen? Welche Entwicklungen stellen diese Ordnung in Frage? Wir werden uns also mit aktuellen politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Problemen und Fragen auseinandersetzen und dabei auf deren historische Wurzeln und Ursachen eingehen. Um die Mechanik der internationalen Politik besser verstehen zu können, werden wir auch die gängigsten Theorien aus dem Fachbereich "Internationale Beziehungen" kennenlernen und anwenden. Anbei eine Auswahl an möglichen Themen - der Kursleiter ist offen für Vorschläge:

• Die Errichtung der liberalen Weltordnung nach dem Zweiten Weltkrieg: Die Vereinten Nationen (UNO), das Völkerrecht und das Bretton Woods System (IWF, Weltbank, GATT)
• Der Kalte Krieg im Überblick
• Russland seit 1991: Vom Partner des Westens zum Gegner
• Die Europäische Integration - Erfolge, Krisen und Herausforderungen (Eurokrise, Flüchtlingskrise, Brexit)
• Die Geschichte des Nahen Ostens (Israel-Palästina, Irak, Syrien, Iran, Libyen, Türkei, Terrorismus)
• Der Aufstieg Chinas und neue Konfliktfelder in Ostasien
• Die US-Aussenpolitik unter den Präsidenten Obama und Trump

7. Geografie

Geografische Spezialitäten von nah bis fern

Das Fach Geografie steht am Schnittpunkt zwischen Natur-, Sozial- und Wirtschafts- wissenschaften und bedient sich moderner Methoden aus dem Informatikbereich. In unserem Kurs komponieren wir aus Themen aller Teile unseres Fachs ein Spezialitäten- Menü von nah bis fern für Gg-Gourmets mit folgenden Gängen:

Appetithäppchen aus fremden Kulturen: Regionalgeografie ausgewählter Gebiete

Mittel- und Südamerika: Kultur-, sozial-, wirtschafts- und naturgeografische Phänomene in einem Raum mit vielen Gemeinsamkeiten aber auch riesigen Gegensätzen. Afghanistan, Iran, Jemen: Kultur- und Sozialgeografie, Scharia, Terrorismus, Drogenanbau, Landschaftsraum und weitere Themen für einen Raum, der seit Jahrzehnten nicht zur Ruhe kommt. Schottland: Geschichte(n), Kultur und Sonderbarkeiten aus dem Land von Braveheart. Island und Grönland: Naturphänomene aus Feuer, Schnee und Eis und dazu ein paar Einwohner.

Ein pikanter Klassiker, raffiniert angerichtet: Tourismus

Harter/sanfter Tourismus, Beurteilung von Tourismusprojekten, Tourismusentwicklung

Delikatessen "us de Region, für d'Region": Grundsätze und Herausforderungen der Raumplanung in der Schweiz

Zersiedelung der Landschaft, raumplanerische Grundkonzepte, Mobilität, Bedeutung des Flughafens, Fluglärm, Naturgefahren in der Schweiz (Lawinen, Erdbeben, überschwemmungen...) und ihre Herausforderungen, belastete Standorte ("Altlasten"), Entsorgung von belasteten Böden, Deponien, Beurteilung von Standorten (Bodenqualität, menschlicher Einfluss).

Ein Dessert mit zartschmelzendem Kern aus erlesenen Hölzern: Dendrochronologie

Jahrringanalysen mit Baumproben zu den Auswirkungen des Klimawandels und anderen Naturereignissen. Innerhalb der Menügänge (=Themenblöcke) bestehen für die Teilnehmenden z.T. Wahl- möglichkeiten. Der Unterricht besteht aus praktischen Arbeiten (Untersuchungen vor Ort, Berichte verfassen, Poster erstellen, Beurteilungen vornehmen, Vorträge halten), Posten- arbeit, Lehrervorträgen, Diskussionen, Literaturrecherchen, Arbeiten mit Computer- programmen (z.B. Google Earth, ArcGis online, Excel, etc.) sowie Exkursionen.

8. Religion

Islamismus und "islamistischer Terrorismus"

Seit Jahrzehnten lesen und hören wir in den Nachrichten von so genannten "islamistischen" Terroranschlägen. In den Vereinigten Staaten von Amerika, im Nahen Osten, in Afrika, aber auch in unmittelbarer Nähe zur Schweiz, etwa in Brüssel, Nizza und Berlin wurden Menschen "im Namen einer Religion" getötet. Doch was steckt hinter diesem "religiös legitimierten" Terror? Erreicht er auch die Schweiz? Ist unsere (westliche) Welt noch sicher? Was kann man dagegen unternehmen und wie lässt sich der ganze Hass allenfalls erklären? Diese Fragen beschäftigen die Weltpolitik und die Gesellschaft seit Jahren ? der Begriff des "religiösen Fundamentalismus" bzw. des "islamistischen Terrorismus" ist zu einem der am häufigsten benutzten Schlagworte geworden. Doch was verbirgt sich hinter diesen Begrifflichkeiten? Warum töten Menschen im Namen einer Religion? Welche Motive haben religiöse Selbstmordattentäter? Lässt sich beispielsweise islamistischer Terrorismus durch den Koran oder das Leben des Propheten Mohammed begründen? Sind islamistische Terroristen überhaupt ein Teil des Islam? Welche Anziehungskraft haben islamistische Gruppierungen auf Jugendliche und wie äussert sich der Fundamentalismus in anderen Weltreligionen? Das Ergänzungsfach Religion geht diesen Fragen und damit den Eigenarten und der Ausbreitung von "religiös-fundamentalistischen" Tendenzen in verschiedenen Weltreligionen auf die Spur. Der Schwerpunkt liegt dabei bei der Behandlungvon radikalen Strömungen im Islam, u.a. den Hintergründen des Islamismus bis hin zum Islamischen Staat. Anhand von Fallbeispielen können im Ergänzungsfach Religion zudem gegenwärtige ethisch-religiöse Fragen behandelt und diskutiert werden, welche von den Schülerinnen und Schülern aktiv mitbestimmt werden.

9. Philosophie

Was ist der Mensch?

Was ist der Mensch? Er lässt Wüsten blühen und Gletscher schmelzen, rettet unter Lebens- gefahr andere Menschen und tötet Unschuldige. Er erfindet Roboter, die ihn ersetzen, und schafft es nicht, in seiner nächsten Nähe Konflikte zu lösen. Er sucht Freiheit und Halt, Herausforderung und Sicherheit, strebt nach Glück und übersieht, dass er nur danach greifen müsste. Was ist der Mensch? In dieser Frage kommen alle Themen der Philosophie zur Sprache: Identität, Freiheit, Ethik und Moral, Wahrheit, Glück und Sinn. Was die Philosophie dazu sagt, untersuchen und diskutieren wir im ersten Teil des Kurses, der gleichzeitig einen Einblick in die verschiedenen Epochen und Sachgebiete der Philosophie gibt. Anhand von Texten, Interviews oder TV-Beiträgen begegnen uns Philosophen und Philosophinnen von Sokrates bis Wilhelm Schmid, Platon bis Hannah Arendt und Kierkegaard bis Sartre, Jaspers und Hans Saner. Dabei erfahren wir, dass der Philosophie kein Thema fremd und keine Frage zu banal ist, sondern dass sie sich mit allem befasst, was den Menschen erstaunt, beunruhigt oder herausfordert. Wir lernen ihre Methoden kennen, erörtern, was philosophisches Denken bedeutet und besprechen unsere eigenen, oft unbewussten Wertvorstellungen und Denkmuster. Im zweiten Teil werden einzelne Themen wie Freiheit, Gerechtigkeit, Grenzen des Wissens und Menschenwuürde vertieft. Dabei stehen individuelle Interessen im Vordergrund, die in schriftlichen Arbeiten und Referaten bearbeitet und gemeinsam diskutiert werden - ganz nach dem Motto von Hans Georg Gadamer: Der andere könnte Recht haben.

10. Sport

Das EF Sport richtet sich an interessierte Schülerinnen und Schüler, welche mehr über Sport in seinen verschiedenen Facetten in unserer Gesellschaft erfahren und erleben wollen. Das EF Sport verknüpft Theorie und Praxis, wobei die Theorie möglichst mit direktem Praxisbezug erarbeitet wird. Gute physische und bewegungstechnische Eigenschaften sind von Vorteil, aber nicht Voraussetzung.

Theorie

Trainingslehre, Sportbiologie, Gesundheitslehre, Spielanalyse.

Praxis

Leisten, Technik lernen, Spielen in verschiedenen Spielsportarten: BB, VB, HB, Gymnastik und Tanz, Leichtathletik, Geräteturnen, usw. Es werden nach Möglichkeit auch Sportarten berücksichtigt, welche im obligatorischen Sportunterricht selten durchgeführt werden.