Bildungsgang

Die Fachmittelschule für alle, die noch mehr wissen möchten.

Eine breite Allgemeinbildung und berufsfeldspezifisches Fachwissen.

Für Jugendliche, die Interesse an einem bestimmten Berufsfeld mitbringen und ihre Selbst- und Sozialkompetenz ausbauen möchten, kann die Fachmittelschule (FMS) der passende Ausbildungsweg sein.

Die FMS schliesst als Vollzeitschule an die dritte Klasse der Sekundarschule an und ermöglicht den Schüler:innen in drei Jahren den Erwerb des Fachmittelschulausweises. In einem optionalen vierten Jahr lässt sich die Fachmaturität erlangen. Diese Ausweise erlauben im gewählten Berufsfeld den direkten Zugang zu Bildungsgängen von höheren Fachschulen oder von Fachhochschulen.

Eckdaten

Dauer und Start
Startet im Anschluss an die dritte Sekundarklasse. Nach drei Jahren wird der Fachmittelschulausweis erlangt; optional folgt die Fachmaturität nach einem vierten Jahr.

Basisjahr und zwei Profile
Nach einem einheitlichen Basisjahr kann an der KWI zwischen den zwei Profilen Pädagogik sowie Kommunikation und Information gewählt werden.

Praktika
Orientierungspraktikum im Basisjahr

Viertes Jahr – Fachmaturität
Die Fachmaturität schliesst an den dreijährigen Lehrgang an. Die Ausbildung dauert ein Jahr und ist praxisorientiert.

Standort
Güterstrasse 23, 8004 Zürich

043 256 99 99

Zulassung und
Anmeldeverfahren

Für die Zentrale Aufnahmeprüfung des Kantons Zürich für die FMS können sich Schüler:innen anmelden, die die dritte Sekundarklasse A oder B besuchen oder besucht haben und die kantonalen Altersvorgaben erfüllen. Für Schüler:innen aus der Sek B ist eine schriftliche Empfehlung der Klassenlehrperson nötig.

Prüfungsfächer sind:

  • Deutsch, bestehend aus den zwei Teilen «Sprachbetrachtung und Textverständnis» sowie «Verfassen eines Textes (Aufsatz)»
  • Mathematik

Die Prüfung ist ausschliesslich schriftlich, es gibt also keine mündlichen Prüfungen. Sie findet grundsätzlich an der Schule statt, für die man angemeldet ist. Umteilungen sind möglich.

Weiteres finden Sie auf der Website: ZAP Zürich

Eine Vorleistungsnote zählt zwingend, wenn jemand direkt aus einer öffentlichen Zürcher Sek A kommt und in allen fünf massgebenden Fächern Noten vorliegen. An die FMS ist in gewissen Fällen ein prüfungsfreier Übertritt möglich, etwa aus bestimmten öffentlichen Mittelschulen.

Die Prüfungsnote wird, folgendermassen gewichtet, aus den Teilnoten berechnet:
¼ Sprachbetrachtung und Textverständnis + ¼ Aufsatz + ½ Mathematik

Falls eine Vorleistungsnote zählt, ergibt sich die Gesamtnote je zur Hälfte aus Prüfungsnote und Vorleistungsnote. Die Vorleistungsnote setzt sich, je zu einem Fünftel, aus Deutsch, Englisch, Französisch, Natur und Technik sowie Mathematik zusammen. Bestanden ist die Aufnahme in die FMS mit mindestens 4.5, falls eine Vorleistungsnote zählt, bzw. mit mindestens 4.25 ohne Vorleistungsnote.

Man meldet sich nicht direkt bei der KWI, sondern online über die Zentrale Aufnahmeprüfung (ZAP) des Kantons Zürich an.

So läuft es ab:

  1. Auf die ZAP-Webseite gehen und dort die Anmeldung starten.
  2. Persönliche Daten erfassen. Die Registrierung erfolgt in mehreren Schritten und dabei ist unter anderem die Sozialversicherungsnummer wichtig.
  3. Die gewünschte Schule als Prüfungsort bzw. Wunschschule auswählen, also die Kantonsschule Wiedikon. Die Anmeldung erfolgt schulbezogen über das ZAP-Portal.
  4. Die Anmeldegebühr bezahlen. Für die ZAP beträgt sie Fr. 50.– pro Schuljahr; bei Mehrfachanmeldungen wird sie lediglich einmal erhoben.
  5. Die Frist einhalten. Die Anmeldung ist zwischen 1. Januar und 10. Februar möglich.

Für Fragen zu Registrierung oder Login gibt es beim Kanton Zürich ein offizielles Kontaktformular zur ZAP-Anmeldung.

Profile und berufspezifische Inhalte

Im Rahmen der Anmeldung wählt man das Profil, in dem man nach dem Basisjahr ausgebildet werden möchte. An der KWI werden zwei Profile angeboten: Pädagogik sowie Kommunikation und Information.

Unterschiede der Profile:

Dieses Profil passt zu Jugendlichen, die sich für Menschen und deren Lernen, Entwicklung sowie Bildung interessieren. Im Mittelpunkt stehen pädagogische Fragen, der Umgang mit Kindern und Jugendlichen sowie das Verstehen von Kommunikation, Beziehungen und Entwicklungsprozessen. Das Profil umfasst unter anderem ein profilspezifisches Integrationsfach mit Modulen zu Pädagogik, Medien und Kommunikation sowie Rhetorik und Auftrittskompetenz. Es bietet sich besonders für Schüler:innen an, die sich später eine Ausbildung im pädagogischen oder sozialen Bereich vorstellen können.

Das Profil Kommunikation und Information zeichnet sich durch eine breite Allgemeinbildung aus. Im Hinblick auf ein anschliessendes Studium werden Sprachzertifikate angeboten. Das Profil bereitet auf Studiengänge und Berufe in den Bereichen angewandte Linguistik, mehrsprachige Kommunikation und Journalismus vor. Mit dem Abschluss sind weitere tertiäre Ausbildungen wie beispielsweise Organisationskommunikation, Dokumentation, Tourismus und Hotelfach sowie soziale Arbeit möglich, die teilweise eine Zusatzqualifikation verlangen.

Fächer

Im Basisjahr werden folgende Fächer unterrichet:
Deutsch, Französisch, Englisch, Mathematik, Biologie, Chemie, Physik, Geschichte, Geografie, Praxis Psychologie und Kommunikation, Bildnerisches Gestalten, Musik, Sport sowie Informations- und Kommunikationstechnologien.

Dazu kommen besondere Unterrichtsformen wie Orientierungspraktikum, Profilwahltage und Einführung Medien.

Im Profil Pädagogik ergänzen diese profilbezogenen Bereiche die allgemeinbildenden Fächer:
Profilspezifisches Integrationsfach mit Modulen zu Pädagogik, Medien und Kommunikation sowie Rhetorik und Auftrittskompetenz, dazu Bildnerisches Gestalten, Musik, Chor, integrierte musische Projekte sowie Biologie. Ergänzend gibt es u. a. Liedbegleitung oder Stimmbildung und eine profilspezifische Arbeitswoche.

Im Profil Kommunikation und Information liegen die Schwerpunkte in Sprache, Medien und Kommunikation. Dazu gehören insbesondere:
Integriertes Projekt Information und Kommunikation, Journalistisches Schreiben, Vorbereitung Fachmatur-Praktikum/Studienvorbereitung, später auch Informatik sowie allgemeinbildende Fächer wie Geschichte, Geografie, Staats-, Wirtschafts- und Rechtskunde und Sport. Hinzu kommen profilbezogene Fächer wie Englische Kommunikation, Französische Kommunikation, Medien und Gestaltung.

Obligatorisches Orientierungspraktikum

Die Fachmittelschüler:innen absolvieren während der Schulferien des Basisjahres ein obligatorisches zweiwöchiges Orientierungspraktikum. Das Praktikum ermöglicht eine konkrete Arbeitserfahrung, fördert die Sozial- und Selbstkompetenz der Schüler:innen und dient der Vorbereitung der Profilwahl.

Es ist empfohlen, das Orientierungspraktikum frühzeitig zu organisieren und unter Umständen sogar vor dem eigentlichen Schulbeginn zu absolvieren. Alle notwendigen Informationen, die sich nicht unten finden, unter Ergänzende Informationen, werden nach dem Bestehen der Aufnahmeprüfung an einer Informationsveranstaltung im Mai vermittelt.

Profilwahltage

Im Basisjahr der FMS finden nach den Herbstferien die Profilwahltage statt. Die Profilwahltage bereiten die Schüler:innen auf die Wahl ihres Profils für das zweite und dritte FMS-Jahr vor. Die Schüler:innen werden von Vertreter:innen der Fachhochschulen über die verschiedenen Studiengänge informiert. Anschliessend können sie zwei Hochschulen ihrer Wahl während je eines Halbtages besuchen. Eine persönliche Standortbestimmung, ein Studienwahltest sowie Gespräche mit Berufsberatungs- und Lehrpersonen vermitteln weitere Entscheidungsgrundlagen für die Wahl des passenden Profils.

Einführung Medien

Die Einführung Medien finden im Basisjahr statt. Sie fördern die Medienkompetenz und das Verständnis für den kritischen Umgang mit modernen Massenmedien. Die Schüler:innen besuchen Institutionen des Medienbetriebes, erstellen mediale Produkte und erfahren so die gegenseitige Abhängigkeit und Beeinflussung von medialer Botschaft, Ökonomie und gesellschaftlichen Werten.

Selbständige Arbeit

Ziel der Selbständigen Arbeit ist die systematische und persönliche Auseinandersetzung der Schüler:innen mit einem selbst gewählten Thema aus dem Bereich der Allgemeinbildung oder des profilspezifischen Berufsfeldes. Zwischen dem Frühlingssemester des zweiten Jahres und dem Herbstsemester des dritten Jahres verfassen die Schüler:innen unter Begleitung einer Lehrperson eine längere schriftliche Arbeit und präsentieren diese vor einem grösseren Publikum. Die Bewertung von Arbeit und Präsentation fliesst als zählende Note in die FMS-Abschlussprüfung mit ein.

Freifächer und Arbeitsgemeinschaften

Die Schüler:innen können je nach Klassenstufe aus einer Reihe von Freifächern und Arbeitsgemeinschaften auswählen.

Fachmittelschulausweis und Fachmaturität

Die FMS ist eine leistungsorientierte  Mittelschule für Schüler:innen, die eine breite Allgemeinbildung erwerben und sich optimal auf eine höhere Ausbildung in einem von ihnen  gewählten Berufsfeld vorbereiten wollen. Mit seiner breiten Palette an allgemeinbildenden und berufsorientierten Fächern bietet der Fachmittelschulausweis eine optimale Basis für Ausbildungen an höheren Fachschulen.

Wer sich nach dem Absolvieren des Fachmittelschulausweises weiter ausbilden möchte und ein Studium an einer Fachhochschule anstrebt,  kann eine Fachmaturität erwerben. Das Fachmaturitätsjahr beinhaltet im Berufsfeld Pädagogik einen siebenwöchigen Praxiseinsatz an einer Volksschule, ein Schulsemester mit Unterricht in neun Fächern und entsprechenden Abschlussprüfungen sowie das Verfassen einer Fachmaturitätsarbeit. Im Berufsfeld Kommunikation und Information absolvieren die Schüler:innen im Fachmaturitätsjahr ein 24-wöchiges Praktikum, machen einen Sprachaufenthalt, erlangen zwei Sprachzertifikate auf Niveau B2 und schreiben ebenfalls eine Fachmaturitätsarbeit.

FAQ

Das Basisjahr ist an der FMS bewusst als gemeinsames Einstiegsjahr angelegt. Es schafft eine breite Grundlage, bevor die Schüler:innen ihr Berufsfeld vertiefen. An der KWI gehören dazu auch Profilwahltage zur Vorbereitung auf die Profilwahl.

Ja. Es gibt ein zweiwöchiges Orientierungspraktikum im Basisjahr.

Ja. Eine selbständige Arbeit zu einem selbstgewählten Thema im profilspezifischen Berufsfeld.

Die FMS bereitet auf ein Studium an einer Fachhochschule (FH) oder Pädagogischen Hochschule (PH) sowie auf eine Ausbildung an einer Höheren Fachschule  (HF) vor.

Nein.

Ja. Die KWI hat eigene Richtlinien für Austauschprogramme an der Fachmittelschule, darunter Austauschjahr, Austauschsemester und Quartalsaufenthalt.

Ja. Die Lernenden müssen im Unterricht über ein persönliches Gerät verfügen können.

Nein, die Software für die persönlichen Geräte werden über die Schule erworben.