Warum Latein lernen? — Aussagen des Rektors

Ein Naturwissenschaftler votiert für Latein - wie kommt so etwas?!

Interessant finde ich die Feststellung, dass an unserem Langgymnasium die Leistungen in Latein und Mathematik oft korrelieren. Dies bestätigt mir die persönlichen Erkenntnisse aus meiner Gymnasialzeit, denn als naturwissenschaftlich-mathematisch, aber auch generell interessierter Schüler brachte mir Latein für die andern Sprachen in Logik und Klarheit sehr viel. Vor allem das Verständnis der Grammatik der lateinischen Sprache ist exemplarisch für die modernen Sprachen. Insofern verstehe ich natürlich, dass an vielen Hochschulen immer noch Latein als Voraussetzung für das Studium moderner Sprachen gesetzt ist.
Vor allem aber in meinem naturwissenschaftlichen Studium in Biologie zeigte sich der Wert des Lateins. Fachbegriffe, wie man sie zuhauf auch in medizinischen Studien und Berufsausbildungen findet, mussten nicht erklärt werden, sondern liessen sich spielend leicht von meiner 7-jährigen lateinischen Grundausbildung am Gymnasium ableiten. In meinem Studium der Biologie war nicht nur Englisch, sondern auch Latein Wissenschaftssprache.
Für mich als Biologe gibt es ein einziges, für die ganze Studienbreite erfolgversprechendes Profil: Das altsprachliche Profil - falls möglich - heute natürlich noch kombiniert mit der Teilnahme in einer Immersionsklasse Deutsch-Englisch. Diese Kombination ist wohl die zukunftsorientierteste aller möglichen - viel erfolgsorientierter als die frühzeitige Spezialisierung in bestimmte Ausbildungsrichtungen.

Dr. Urs Bamert