Geschichte P. Küng

Las Americas – Neuere Geschichte Lateinamerikas

Im Kurs betrachten wir die Geschichte Lateinamerikas von 1700 bis in die Gegenwart. Im Zentrum stehen vor allem die Jahrzehnte nach 1800 (Fokus: Nationsbildungen, Herausbildung lateinamerikanischer Identitäten), die Zeit um 1900 (Fokus: Lateinamerika und die USA) und die 1950er – 1980er Jahre (Fokus: Militärdiktaturen und Kubakrise) und immer auch aktuelle Ereignisse und Bewegungen.

Geografisch konzentrieren wir uns – voraussichtlich – vor allem auf Mexiko, Kuba und Argentinien. Je nach Interesse der Kursmitglieder können wir auch andere Prioritäten setzen.

Thematisch werden politische Ereignisse nur einen Aspekt unserer Auseinandersetzung abdecken. Genau so zentral sind mentalitäts- und kulturgeschichtliche Betrachtungen; z.B. Alltagsleben der Schwarzen in der Karibik des 19. Jahrhunderts, Lebensweisen indigener Naturvölker, Kultur des Tabaks und anderer typisch lateinamerikanischer Genussmittel wie Schokolade oder Rum, die Stellung der Jesuiten und der katholischen Kirche in Lateinamerika, Schweizer Auswanderer...

Methodisch ist mir der multiperspektivische Blick wichtig, dass wir also sowohl Fremd- als auch Selbstbilder und -konzepte betrachten: den lateinamerikanischen Blick auf die eigenen und auf nordamerikanische und europäische Kulturen, aber auch den nordamerikanischen und europäischen Blick auf Lateinamerika. (z.B. Stichwort: Hollywood und Lateinamerika oder lateinamerikanische Filme über Lateinamerika oder über Nordamerika und Europa).

Der Titel „Las Americas” bezieht sich darauf, dass es weder das eine Amerika noch das eine Lateinamerika gibt. Zum einen meint „Las Americas” also die intensive und zuweilen hochproblematische Beziehung zwischen den USA und den Ländern Mittel- und Südamerikas (das wird ein Roter Faden des Kurses sein), dann aber auch die Tatsache, dass zwischen den spanischsprachigen Ländern Südamerikas, dem portugiesischsprachigen Brasilien und der Inselwelt der Karibik nicht nur Gemeinsamkeiten, sondern auch grosse Unterschiede bestehen. Nicht zu vergessen die englisch- und französischsprachigen Länder Süd- und Mittelamerikas.